Kurz gesagt: Nicht mit dem Design. Erst klären, was die Seite leisten soll, wer sie liest und was raus kann. Dann wird gebaut.
Die Frage höre ich oft, meist mit dem Zusatz „sie soll halt moderner aussehen“. Verständlich. Aber eine Website zu erneuern ist eher wie ein Hausumbau als ein neuer Anstrich. Wer nur tapeziert, hat hinterher dieselben schiefen Wände, nur in neuer Farbe.
Erst der Plan, dann das Design
Deshalb fange ich mit drei Fragen an:
- Wer soll die Seite lesen, und was sucht diese Person dort?
- Was soll danach passieren: Anruf, Anfrage, Besuch im Laden?
- Was von der alten Seite nutzt heute noch jemand?
Die dritte Frage tut manchmal ein bisschen weh. Aus meiner Sicht ist sie aber die wichtigste. Erfahrungsgemäß wird eine neue Seite selten zu kurz, sondern eher zu voll.
Tipp: Trends gezielt einsetzen, nicht darauf bauen
Schauen Sie ruhig, was gerade im Trend liegt, und übernehmen Sie einzelne Ideen gezielt. Die ganze Seite sollte aber nicht darauf aufbauen. Einer Gestaltung nach aktuellem Trend sieht man oft schon nach zwei, drei Jahren an, dass sie veraltet ist. Länger trägt, was sich an bewährte Gestaltungsregeln hält: harmonisch, gut gegliedert und mit einer klaren Nutzerführung. Daraus ergibt sich meist eine eher zeitlose Gestaltung, die ein paar Jahre länger Bestand hat.
Inventur: Was bleibt, was kann weg?
Bevor irgendetwas neu gestaltet wird, schaue ich mir an, was da ist. Welche Seiten werden überhaupt aufgerufen? Welche Texte stimmen noch? Gibt es Angebote, die es längst nicht mehr gibt? Das ist wie vor einem Umzug: Was man nicht einpackt, muss man auch nicht wieder auspacken.
Texte & Bilder nicht unterschätzen
Die meisten Projekte stocken nicht bei der Technik, sondern beim Inhalt. Texte schreiben sich nicht nebenbei, und alte Fotos vom Handy passen selten zu einer neuen, sauberen Gestaltung. Hier lohnt es sich, früh zu entscheiden: Schreiben Sie selbst, schreiben wir gemeinsam, oder übernehme ich das? Und braucht es neue Fotos?
Die Adresse bleibt, die Wege ändern sich
Bei einer Erneuerung ändern sich oft die Unterseiten. Damit Google, Lesezeichen und alte Links nicht ins Leere laufen, richte ich Weiterleitungen von den alten auf die neuen Adressen ein. Das ist wie ein Nachsendeauftrag bei der Post: Wer die alte Anschrift kennt, kommt trotzdem an.
Rechtliches gleich mitdenken
Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweis gehören von Anfang an dazu, nicht als Nachtrag. Dazu kommt Barrierefreiheit: Je nach Angebot gelten dafür inzwischen auch gesetzliche Anforderungen. Ich baue Seiten grundsätzlich barrierearm, also gut lesbar, mit ausreichend Kontrast und so, dass sie sich auch mit der Tastatur bedienen lassen.
Mein Ablauf in Kürze
- Gespräch: Was wollen Sie erreichen, wen wollen Sie ansprechen?
- Inventur der alten Seite
- Struktur: Welche Seiten braucht es, wie hängen sie zusammen?
- Texte & Bilder
- Gestaltung
- Umsetzung & Test auf Handy, Tablet und Rechner
- Livegang der neuen Seite, inklusive Weiterleitungen von alten Adressen


