Kurz gesagt: Ganz verhindern lässt sich Spam nicht. Mit ein paar Handgriffen im Postfach und einem gut eingestellten Mailserver wird es aber deutlich weniger.
Spam ist ein bisschen wie Werbung im Briefkasten. Der Aufkleber „Bitte keine Werbung“ hilft, aber nur bei denen, die sich daran halten. Bei E-Mail ist es ähnlich: Ein Teil lässt sich zuverlässig abfangen, ein Rest kommt immer durch. Ziel ist, diesen Rest klein zu halten.
Warum bekomme gerade ich so viel davon?
Weil die Adresse irgendwo öffentlich steht, und das ist völlig normal: im Impressum, auf Visitenkarten, in Branchenverzeichnissen. Dazu kommen Datenpannen bei Onlineshops, bei denen Adressen in falsche Hände geraten. Adressen wie info@ werden außerdem einfach geraten. Verstecken ist also keine Lösung. Entscheidend ist, was beim Empfang passiert.
Was Sie im Postfach selbst tun können
- Nicht antworten und keine Links anklicken, auch nicht zum Abmelden. Abmelden nur bei Absendern, die Sie kennen.
- Spam als Spam markieren, nicht nur löschen. Ihr E-Mail-Programm und oft auch der Server lernen dabei mit.
- Für Shops, Gewinnspiele & Newsletter eine eigene Adresse nutzen. Wird die zugemüllt, bleibt das Hauptpostfach sauber.
- Den Spam-Ordner ab und zu kurz durchsehen. Manchmal landet dort auch eine echte Mail.
Filter & Regeln im E-Mail-Programm
Die meisten E-Mail-Programme bringen einen eigenen Filter mit. Im klassischen Outlook finden Sie ihn unter „Start“ → „Junk-E-Mail“ → „Junk-E-Mail-Optionen“. Dort lässt sich die Schutzstufe einstellen, und Sie können wichtige Absender auf die Liste sicherer Absender setzen, damit sie nie im Junk-Ordner landen.
Allerdings ist dieser Filter in Outlook manchmal gar nicht erst eingestellt. Ein Blick in die Einstellungen lohnt sich also. Andere Programme wie Thunderbird sind da von Haus aus etwas besser aufgestellt.
Bei wiederkehrendem Spam mit immer gleichem Muster helfen Regeln, die solche Mails automatisch in einen eigenen Ordner verschieben. Das ist wie ein Fach im Briefkasten, das Sie nur einmal pro Woche leeren.
Was auf dem Mailserver passiert
Der größte Teil wird schon abgefangen, bevor er Ihr Postfach überhaupt erreicht. Dafür sorgt der Spamfilter auf dem Mailserver. Wie gut er arbeitet, hängt stark vom E-Mail-Hosting ab: Manche Filter lassen sich schärfer oder lockerer einstellen, manche legen Verdächtiges in eine Quarantäne, die Sie bei Bedarf durchsehen können. Zu scharf ist übrigens auch nicht gut, dann bleiben echte Anfragen hängen.
Wenn Spam scheinbar von Ihnen selbst kommt
Manchmal bekommen Sie Mails, die angeblich von Ihrer eigenen Adresse stammen. Der Absender ist dann gefälscht, ähnlich wie ein falscher Absender auf einem Briefumschlag. Dagegen helfen drei technische Einträge für Ihre Domain mit den Kürzeln SPF, DKIM und DMARC. Sie funktionieren wie ein Siegel: Andere Mailserver können prüfen, ob eine Mail wirklich von Ihnen kommt. Diese Einträge gehören zu einem sauber eingerichteten E-Mail-Hosting dazu.
Vorsicht bei Rechnungen, Paketen & Banken
Gefährlich ist weniger die plumpe Werbung als gut gemachte Fälschungen: angebliche Rechnungen, Paketbenachrichtigungen oder Warnungen der Bank. Manche sehen täuschend echt aus. Wenn Sie trotzdem einen leichten Verdacht haben, dass etwas nicht passt, nehmen Sie das ernst.
Tipp: Erst zeigen, dann klicken
Am Rechner gehen Sie mit der Maus über den Link, ohne zu klicken. Unten links im Fenster sehen Sie dann die Adresse, zu der er wirklich führt. Passt sie nicht genau zu der Seite, auf die Sie eigentlich wollen, oder ist sie kryptisch: lassen. Das ist wie der Blick durch den Türspion, bevor man öffnet.
Tipp: Den eigenen Weg nehmen
Alles sieht richtig aus, auch der Link passt, und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl? Dann loggen Sie sich direkt beim Anbieter ein, über Ihr Lesezeichen oder die selbst eingetippte Adresse, nicht über die Mail. Ist die Nachricht echt, finden Sie die Info dort meist auch, oft als Hinweis gleich nach dem Einloggen.


