Selbständig machen: Was Sie am Anfang wirklich brauchen

Startausstattung für Gründer Skizze: Visitenkarte mit Logo, Briefumschlag mit eigener E-Mail-Adresse und eine kleine Website stehen vorn. Darunter, blass und gestrichelt, Dinge, die warten können: Flyer, Onlineshop und Social Media. Name & Logo Eigene Adresse @ Website Kann warten

Kurz gesagt: Für den Start braucht es weniger, als viele Angebote vermuten lassen.
Ein Name mit Logo, eine eigene Adresse für E-Mail & Website, eine Visitenkarte und eine kleine, ehrliche Website. Alles andere kann wachsen, wenn das Geschäft wächst.

Wer sich selbständig macht, hat den Kopf voll. Gewerbe anmelden, Steuerberater suchen, erste Kunden gewinnen.
Und dann kommen die Angebote: Logo-Paket, Website mit Shop, Social-Media-Betreuung, Flyer in fünf Varianten. Das meiste davon brauchen Sie am Anfang nicht. Einiges aber schon, und das sollte dann auch sitzen.

Bevor jemand ein Logo zeichnet, sollte der Name feststehen. Prüfen Sie, ob er schon vergeben ist, zum Beispiel im Register des Deutschen Patent- und Markenamts, und ob die passende Internetadresse noch frei ist.
Ein Name, den man am Telefon buchstabieren muss, ist übrigens kein gutes Zeichen.

(… und ja: Bei „wagnergraphics“ kommt das zum Tragen. Hier ist es aber historisch gewachsen, und ich habe mich irgendwann ganz bewusst dafür entschieden, es dabei zu belassen. ;)

Das Logo darf am Anfang schlicht sein. Beliebig sollte es nicht sein: Es steht später auf jeder Rechnung, jedem Schild und jedem Auto.
Ein Logo aus dem Baukasten sieht oft genauso aus wie das vom Mitbewerber zwei Orte weiter.

2. Eine eigene Adresse für E-Mail & Website

Eine E-Mail von info@ihre-firma.de wirkt anders als eine kostenlose Mailadresse wie @t-online.de oder @gmx.de. Dafür brauchen Sie eine eigene Domain, also die Adresse im Internet.
Sichern Sie sie früh und lassen Sie sie auf Ihren eigenen Namen oder Ihr Unternehmen registrieren, nicht auf den Dienstleister. Warum das wichtig ist, steht in meinem Beitrag Website noch sicher? unter Punkt 5.

Für die Postfächer genügt am Anfang meist eines. Weitere lassen sich jederzeit dazunehmen, mehr dazu beim E-Mail-Hosting.

3. Visitenkarte & Briefbogen

Ja, Visitenkarten werden noch gebraucht. Beim ersten Kundentermin, am Messestand, beim Netzwerktreffen.
Ein Briefbogen als Vorlage für Angebote und Rechnungen gehört ebenfalls dazu. Er muss nicht gedruckt sein, eine saubere Word- oder PDF-Vorlage reicht oft.

Tipp: Erst das Grundgerüst, dann der Rest

Legen Sie gleich am Anfang ein kleines Erscheinungsbild fest. Dazu gehören:

  • zwei bis drei feste Farben
  • eine oder zwei Schriften
  • das Logo in den nötigen Fassungen: farbig, einfarbig, für Bildschirm & Druck

Was einmal sauber festgelegt ist, muss nicht für jede Drucksache neu erfunden werden.

Der Flyer im nächsten Jahr geht dann deutlich schneller, und alles sieht aus wie aus einem Guss.

4. Eine kleine Website reicht

Für den Start braucht es keine große Website. Wichtig ist, dass die Grundfragen beantwortet sind: Wer sind Sie, was bieten Sie an, wo finden Kunden Sie, und wie erreicht man Sie?
Impressum und Datenschutzerklärung gehören von Anfang an dazu.

Wichtig ist, dass die Website mitwachsen kann. Eine Seite, die sich später nicht erweitern oder zu einem anderen Anbieter mitnehmen lässt, wird schnell zur Sackgasse.
Was eine gute Website von einer Baukasten-Seite unterscheidet, steht auf meiner Seite zum Webdesign.

Ein kostenloser Baustein, den viele vergessen: das Google-Unternehmensprofil. Damit erscheinen Sie bei Google Maps und in der lokalen Suche, oft schneller als mit der Website selbst.

Was warten kann

Einen Onlineshop, Auftritte auf allen Social-Media-Kanälen, Imagebroschüre und Newsletter.
All das kann sinnvoll sein, aber meist erst, wenn klar ist, wer Ihre Kunden sind und wie sie Sie finden.
Lieber einen Kanal gut pflegen als fünf halbherzig.