
Wer eigene Drucksachen gestaltet möchte, ist oft daran interessiert, diese mit ein paar kleinen Kniffen auf Profi-Niveau zu bringenn. Sie wollen wissen, wie das geht? Dann sind Sie hier genau richtig! Lassen Sie uns Ihnen einige kleine Feinheiten für eine gute typografische Gestaltung zeigen.
Die hier aufgeführten Punkte sind natürlich nicht unumgänglich oder absolutes Muss, sondern dienen nur als Wegweiser. Manchmal sollten sie sogar ignoriert werden, um das Textbild nicht unnötig zu stören.
Achtung: Da es hier um typografische Gestaltung – also um ein schönes Erscheinungsbild – geht, ist das Vorgestellte nicht immer konform mit den aktuellen DIN-Vorschriften.
Oft unbekannt und deswegen auch meist ignoriert ist die Tatsache, dass der Bindestrich (-) nicht identisch mit dem Gedankenstrich (–) ist.
Der Bindestrich verbindet zwei Elemente oder ein durch Zeilenumbruch getrenntes Wort.
Beispiel: Binde- und Gedankenstrich
Der Gedankenstrich wird einerseits als gedankliche Trennung innerhalb eines Satzes und zum Anderen als Ersatz für das Wort „bis“ verwendet.
Beispiel: 1980 – 2008, Wernigerode – Hannover
Sollte das Text- oder Layoutprgramm nicht automatisch die richtige Art des Striches verwenden, kann manuell nachgeholfen werden. Siehe: Ascii-Codes am Ende dieser Seite.
Durch die jahrelange Diskussion um die Rechtschreibreform ist bei vielen Menschen der Eindruck entstanden, dass das „ß“ nicht mehr benutzt werden darf.
Wie im vorigen Satz richtig zu lesen, ist dies auch oft der Fall – aber eben nicht immer.
Merke: Geht dem potentiellen „ß“ ein lang-gesprochener Vokal voraus, sollte auf das „ss“ verzichtet werden.
Beispiel: Buße, Maß, Fuß …
In Wörtern, die durchgängig in Großbuchstaben geschrieben werden, kommt das „ß“ nicht vor. Hier wird es durch „SS“ ersetzt. Ein weiterer Ansatz wäre die Verwendung des Versalen „ß“, was jedoch momentan nicht wirklich praxitauglich – und oftmals auch ästhetisch – nicht besser ist. Mehr dazu hier.
Zur besseren Lesbarkeit sollten Wörter in Großbuchstaben allerdings generell vermieden werden.
Die korrekte Verwendung der Anführungszeichen ist – wie beim Gedankenstrich auch – meist abhängig vom jeweils verwendeten Schreibprogramm. Falsch, da englisch bzw. amerikanisch, ist es, wenn die "Anführungszeichen" jeweils oben stehen. Im Deutschen steht das erste „Anführungszeichen“ am Fuß des Wortes.
Die Ascii-Codierung lautet hier: „Alt + 0132“ für das untere und „Alt + 0147“ für das obere Anführungszeichen.
Kein Fehler, aber ungerecht ist die immer wiederkehrende und vorsätzliche Abkürzung des Wortes „Straße“ zur „Str.“ .
Objektiv betrachtet spart sich der Schreiber nur zwei Anschläge auf der Tastatur. Abgesehen davon wird meist nur in Anschriften abgekürzt – das Zeilenende in der betreffenden Zeile also fast nie erreicht.
Mein Plädoyer für die Straße also lautet: Bitte nur Abkürzen, wenn der Platz wirklich nicht ausreicht.
Hier ein kurzer Überblick über die korrekte Schreibweise von Telefonnummern und Bankdaten.
Mit einem Layoutprogramm kann man hier übrigens auf das Leerzeichen verzichten, da dieses eigentlich zu groß ist. Das kleinere Achtelgeviert leistet hier bessere Dienste. Word-Dokumente, Mails oder Internetseiten bieten diesen Komfort noch nicht. Hier muss ein Leerzeichen zur optischen Trennung genügen. Wer genau sein möchte, kann aber tricksen und für die Leerzeichen eine kleinere Schriftgröße auswählen.
Telefonnummern:
Immer in Zweierschritten von hinten. Die vierstellige Vorwahl von Handynummern lasse ich aus ästhetischen Gründen meist ungetrennt.
Beispiel: 0 39 43 / 50 34 28
Bankleitzahl:
Von rechts nach links in Dreierschritten.
Beispiel: 20 041 133
Kontonummer:
Von links nach rechts in Dreierschritten.
Beispiel: 810 42 42
Ein oft trauriges Dasein fristen Leerzeichen an unangenehmen Plätzen wie zum Beispiel zwischen Klammern und deren Inhalt, sowie zwischen Wörtern und einem nachfolgendem Doppelpunkt. Derart zwischengedrängt stößt es bei seinen beiden Nachbarn auf reichlich Unverständnis und fühlt sich zurecht fehl am Platz. Dafür möchte doch bestimmt niemand verantwortlich sein?!
Beispiel: siehe links
(Wer es nicht sieht, muss gezielt nach dem Doppelpunkt hinter dem Wort "Beispiel" suchen.)
Hier der unauffälligste aller Tipps, aber potentiell bares Geld wert.
... ist nicht gleich …
Die drei Pünktchen am Ende eines Satzes oder einer Aufzählung sind zwar schnell getippt, aber fast niemand weiss, dass es dafür ein eigenes Zeichen gibt. „Alt + 0133“ oder die Zeichentabelle führen hier zum Erfolg. Meist, aber abhängig von der gewählten Schrift, sind die Abstände bei den korrekten „Pünktchen“ etwas kleiner …
Wer nicht auf seine drei Punkte in der SMS verzichten mag, kann sich also hier mit einem statt drei Zeichen womöglich ein paar Cent sparen.
Das Apostroph ist ein Auslassungszeichen. Ein Zeichen also, welches anzeigt, dass ein Wort ausgelassen wurde.
„Ich hab's!“ ist zum Beispiel ein solcher Fall. „Ich habe es!“ wäre die entsprechende Langform.
Oft gesehen hingegen wird leider auch die unnötige Verwendung des Apostroph.
Wenn man sieht, dass „Snack's“ verkauft werden, ist das mitunter zwar lecker, jedoch nicht sehr ansprechend.
Sparen kann man sich das Apostrof auch im Falle der Besitzanzeige. „Peters Imbiss“ ist also „Peter's Imbiss“ vorzuziehen.
Da die Apostroph-Regelung nicht die Einfachste ist, gibt hier noch einen informativen Link, um Gelerntes zu ergänzen.
Hier eine kleine Übersicht über die Ascii-Codes für Sonderzeichen.
Zur Verwendung betätigt man die „Alt-Taste“ und lässt diese gedrückt, während man auf dem Zehnerblock einen vierstelligen Zahlencode eintippt. Laptopbesitzer ohne Ziffernblock können unter Windows auf die Zeichentabelle zurückgreifen. (Meist unter „Zubehör“ zu finden.)
| „“ | Anführungszeichen | Alt + 0132 und Alt+0147 |
| – | Gedankenstrich | Alt + 0150 |
| … | Pünktchen | Alt + 0133 |
| · | Mittenpunkt | Alt + 0183 |
| • | fetter Mittenpunkt | Alt + 0149 |
| »« | französische Anführungszeichen | Alt + 0187 und Alt+0171 |